Das FranceMobil zu Gast an der RS Hohenhameln

Zu Beginn des Unterrichts sind die Französischschüler*innen der Klassen 6, 7 und 8 noch etwas schüchtern. Das ändert sich aber schnell durch die gut gelaunte Art von Sascha Leclerq, die ihr „FranceMobil“ auf dem Pausenhof des Schulzentrums geparkt hat. Sie hat die Schüler*innen in wenigen Minuten auf ihrer Seite.

Die RS Hohenhameln legt Wert auf eine gute Fremdsprachenausbildung. So verwundert es nicht, dass das „FranceMobil“ in regelmäßigen Abständen zu Gast ist. Schülerinnen und Schüler der Klassen 6, 7 und 8 lernen so die Sprache Französisch und die frankophone Kultur auf spielerische Art und Weise kennen. Außerdem wurde der Besuch zeitgleich für Schnupperstunden im 5. Jahrgang verwendet. Leider befinden sich beide Klassen derzeit im Distanzlernen, sodass diese besonderen Stunden per Videokonferenz laufen mussten.

Begeisterung für die Sprache und ihr Heimatland will Sascha Leclerq den Schüler*innen mit auf den Weg geben. Der Unterricht ist flexibel gestaltet. So kann die Französin die Kinder bei ihrem Sprachniveau abholen. Manche von ihnen haben erst ein Jahr lang die Sprache des Nachbarlandes gelernt, andere sind mit drei Jahren schon auf einem höheren Sprachniveau. Sascha Leclerq setzt auch bei den Lernenden auf einen spielerischen Einstieg. Die müssen die Ohren spitzen und aus französischen Popsongs Schlüsselworte oder Schlüssel-Formulierungen heraushören. Die schnellste Gruppe erhält einen Punkt. Doch um das Gewinnen geht es hier nicht. Die Schüler ordnen das Musikstück und das Schlüsselwort einem Sänger zu und sollen dann erraten, aus welchem Teil der Welt der Sänger stammt. „Dabei wird schnell klar, dass in vielen Teilen der Welt französisch gesprochen wird“, betont Sascha Leclerq. Ob Belgien, Frankreich, in der Schweiz, an der Elfenbeinküste, in Mali, Kanada oder eben La Reunion – Französisch ist eine Weltsprache. Und es geht um mehr als die Sprache. Die Germanistikstudentin will den Schüler*innen der Realschule auch die Kultur näherbringen. Auch hier helfen Ratespiele, um die Stimmung auf einem hohen Level zu halten. Die Kinder sollen erraten, ob das abgebildete Gebäude, die Landschaft oder die Speise typisch deutsch oder französisch ist. „So einfach ist es eben nicht immer“, sagt sie. Und in der Tat: Die abgebildete Fachwerk-Romantik findet man eben nicht nur in Deutschland, sondern auch in Luxemburg oder im Elsass.

Die Lektorin von „FranceMobil“, deren Mutter selbst Deutschlehrerin in Angers ist, hat die deutsche Sprache übrigens seit Kindesalter an gelernt und entschied sich vor zehn Jahren sogar ganz in Deutschland zu leben: „Hier habe ich Germanistik studiert. Und nun bin ich für ,FranceMobil’ unterwegs.“ Ihr Bereich ist Bremen/Bremerhaven und Niedersachsen. Sie setzt sich dafür ein, ein attraktives, aktuelles und authentisches Frankreich-Bild zu vermitteln und die Vorteile des Französischlernens aufzuzeigen. „Ich will auch helfen, dass die Schüler*innen später mobil sind und sich international bewegen“, betont Sascha Lecleq, die aus eigener Erfahrung vom Mehrwert der Auslandserfahrung berichten kann.

Meike Ugando-Klar

Fachleitung Fremdsprachen

Das Angebot von „FranceMobil“ ist übrigens kostenlos und besteht bereits seit 20 Jahren. Träger ist das Deutsch-Französische Jugendwerk in enger Zusammenarbeit mit der französischen Botschaft und dem deutsch-französischen Institut. Einige Bundesländer, darunter auch Nordrhein-Westfalen, unterstützen das Angebot finanziell. Interessierte Schulen können sich unter www.francemobil.fr informieren und anmelden. In Frankreich ist das deutsche Pendant, die „mobiklasse.de“ unterwegs.